Anwohner schützen, Motorlärm bekämpfen

01.06.2018

Zum durch das Bundesverkehrsministerium verhängte Verbot der Nachrüstung von sogenannten Soundgeneratoren, die den Motorenlärm von Fahrzeugen künstlich erhöhen (Spiegel Online vom 29.5), erklären der Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek, und Christian Hierneis, Vorsitzender des Bund Naturschutz München:

Jahrelang hielt das CSU-geführte Verkehrsministerium seine schützende Hand über alle Fans lärmender Motoren. In Brüssel setzte man vor einigen Jahren noch Lärmrabatte für schwer motorisierte Fahrzeuge durch. Seit Jahren wird bei der Messung von Schallemissionen von Pkw und Motorrädern getrickst, ohne dass man im Verkehrsministerium daran Anstoß nahm. Viele Fahrzeugen sind deshalb im realen Betrieb auch deutlich lauter als beim Test im Prüfstand.

Das jüngst erfolgte Verbot von Soundgeneratoren ist absolut überfällig. Ein Verbot, das nicht kontrolliert wird, wird aber ins Leere laufen. Effektive Kontrollen und bei Missachtung spürbare Sanktionen sind unabdingbar. Polizei und Stadt müssen entschieden gegen Lärmbelästigung durch hochgetunte Fahrzeuge vorgehen - die Forderung des Bezirksausschuss Maxvorstadt nach einem Aktionsplan gegen Autoposer ist nur zu begrüßen.  

Denn Straßenverkehrslärm nervt nicht nur, sondern macht auch krank. Gerade im dicht bebauten München leiden zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner lauter Straßen - manche PKW oder Motorräder erzeugen so viel Lärm wie ein startender Düsenjet, und das völlig unnötigerweise. Denn getunte Fahrzeuge sind ja nicht aus einer technischen Notwendigkeit laut, sondern weil einige Menschen diesen Lärm als Fahrspaß verstehen, auf Kosten der Allgemeinheit.

 

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