Eine Art Cyber-Krieg wäre nicht zu gewinnen

06.03.2018

Letzte Woche wurde bekannt, dass es Hackern gelungen ist in das IT-Netz der Bundesregierung einzudringen. Nach dem Hackerangriff auf den Bundestag 2016 ein weiterer Weckruf. Der Paukenschlag war sogar deutlich lauter als beim Hack in die IT des Bundestages, wurde doch seitdem stets versichert, dass das Regierungsnetz deutlich sicherer sei. Die Angriffsziele waren Bundeskanzleramt, Außenministerium, Verteidigungsministerium - eine sehr ernste Angelegenheit.

Dabei musste die Bundesregierung bereits im Jahr 2016 einräumen, dass es Nachholbedarf bezüglich einer wirksamen IT-Sicherheitsstruktur gebe - augenscheinlich ohne wirksame Konsequenzen zu ziehen. Hacker, wahrscheinlich aus Umfeld russischer Geheimdienste, hatten monatelang Zugriff auf Daten der Bundesregierung. Sollte sich dieser Verdacht so bewahrheiten, würde das sicherlich keinesfalls helfen, die jetzt schon sehr schwierigen deutsch-russischen Verhältnisse zu entspannen.

Wie muss die Politik reagieren? Ein Cyber-Wettrüsten kann sicher nicht das Ziel sein. Vielmehr muss sich die Politik der Frage stellen, wie sie in Zukunft derartige Angriffe effektiv abwehrt. Dies muss sowohl durch internationale Absprachen in Form von Verträgen geschehen, als auch durch eine bessere technische Infrastruktur. Das nationale Cyber-Abwehrzentrum hat bei diesem Angriff leider versagt. In einem Interview im Münchner Merkur am 01.03.18 sprach ich über die Folgen des Cyber-Angriffs. Um die richtigen Schlüsse ziehen zu können, ist es natürlich zwingend, dass die Bundesregierung auch umfassend aufklärt (siehe dazu Berichte der ZEIT und der FAZ vom 28.02.).

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