Pressemitteilung: Bundesregierung verpennt zugespitzten Fachkräftemangel

Das Institut der Deutschen Wirtschaft macht im aktuellen Report unzweifelhaft klar, dass die Bundesregierung dringend handeln muss, wenn wir nicht einen starken Rückgang des Fachkräfteangebots in Kauf nehmen wollen. Schon jetzt ist es für Industrie und Mittelstand immer schwieriger qualifiziertes Personal zu bekommen, die Entwicklung ist nicht neu. Besonders die Baubranche und der Maschinenbau sind stark betroffen. Für die produzierenden Unternehmen kommt erschwerend der Wandel der Berufsbilder hinzu: die Digitalisierung verlangt neue Kompetenzen ab, aber weder bei der Ausbildung noch mit Blick auf berufliche Weiterbildung tut sich von politischer Seite genug. Die Bundesregierung hat den besorgniserregenden Trend schlicht verpennt. Hinzu kommt: Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz greift wie befürchtet viel zu kurz.

Wir haben schon vor längerem eine wirkungsvolle Neuauflage des Einwanderungsgesetzes vorgeschlagen. Denn das Einwanderungsrecht ist nach wie vor viel zu kompliziert, unübersichtlich und erschwert Einwanderung. Es ist dringend notwendig, Einwanderungsmöglichkeiten so zu organisieren, dass internationale Mobilität attraktiv gestaltet wird, sich flexibel an den Talenten der Einwanderungswilligen als auch an den Bedarfen des Arbeitsmarktes ausrichtet, zum Beispiel über eine Talentkarte für Fachkräfte. Einwanderinnen und Einwanderer können sich so in Deutschland unbürokratisch einen Job suchen – und so für sich und ihre Familie eine neue Zukunft in Deutschland aufbauen.