Musikclubs & Livespielstätten als Kulturorte anerkennen!

Was wäre das Nachtleben, was wären unsere Städte ohne Clubs oder Konzerte? Clubkultur und Live-Musik spielen nicht nur im Leben vieler, insbesondere junger Menschen eine große Rolle. Gelebte Clubkultur rund um live gespielte Musik in Musikclubs und sogenannten Livemusikspielstätten ist für unser Kulturleben unverzichtbar – und mit rund 30.000 Beschäftigten beschäftigt und einen Jahresumsatz von rund 600 Millionen Euro auch ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. 

Für Clubs und Konzertveranstalter stellt die Corona-Pandemie eine massive Existenzbedrohung dar – Hilfe ist hier unabdingbar, wenn wir ein Clubsterben verhindern wollen. Allerdings stehen Clubs und Livespielstätten schon länger vor massiven und grundsätzlichen Schwierigkeiten. So spiegelt die derzeit gültige Baunutzungsordnung (BauNVO) nicht die Bedeutung der Szene wieder. Darin werden Clubs bisher als „Vergnügungsstätten“ gewertet und dürfen deshalb nur in wenigen ausweisbaren Gebieten angesiedelt und betrieben werden. Dies trägt zum Sterben vieler Clubs bei, auch und gerade in München, wo es Clubbetreiber aufgrund der hohen Mieten so oder so schwer haben, geeignete Räume und Flächen zur Realisierung neuer Projekte zu finden. 

Um die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern, hat die grüne Bundestagsfraktion früh einen Kulturrettungsfonds auch für Clubs gefordert. Zusätzlich kann kurzfristige finanzielle Unterstützung vor Ort helfen. Beispielsweise durch die Buchung von Clubräumen für Meetings, Gemeinderatssitzungen oder Versammlungen. Übrigens auch für politische Versammlungen – bereits die grünen Aufstellungsversammlungen zu den  Bundestagswahlen 2013 und 2017 für meinen Wahlkreis München West/Mitte fanden zum Beispiel im Münchner Kulturzentrum “Backstage” am Hirschgarten statt.. 

Um der Szene jedoch langfristig Planungssicherheit und Raum zur Entfaltung zu geben, braucht es auch eine Politik, die den wirtschaftlichen und kulturellen Wert der Clubszene begreift und Gesetze, die kulturelle Vielfalt bewahren und es den Clubs und Musikspielstätten erleichtern sich in Innenstädten, aber auch in ländlichen Regionen halten oder ansiedeln zu können! 

Deshalb habe ich den fraktionsübergreifenden offenen Brief des Parlamentarische Forum Nachtleben und Clubkultur des Deutschen Bundestages mitgezeichnet, den Vertreter der Fraktionen CDU/CSU, SPD, FDP, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen in der letzten Sitzungswoche vor der Sommerpause an Bundesminister Horst Seehofer übergeben haben. Wesentlich mit initiiert übrigens vom kulturpolitischen Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Erhard Grundl. Unsere Forderung: Musikclubs und Livespielstätten baurechtlich als Anlagen für kulturelle Zwecke anzuerkennen und sich für flexible und innovative Lösungen im Lärmschutz einzusetzen.

Weiterführende Informationen: 

Die Forderungen, die dem offenen Brief zugrunde liegen, entsprechen dem grünen Antrag „Last Night a DJ Saved My Life – Clubkultur erhalten – Clubs als Kulturorte anerkennen“ (BT-Drs. 19/15121)

Zum Parlamentarischen Forum Nachtleben & Clubkultur: Das Parlamentarische Forum wurde im Februar 2020 von den Bundestagsabgeordneten Caren Lay (DIE LINKE), Hagen Reinhold (FDP), Erhard Grundl (GRÜNE), Klaus Mindrup (SPD) und Kay Wegner (CDU) gegründet. Ziel ist den Fortbestand der Clubkultur zu sichern und sie politisch zu unterstützen.