Ruhpolding & Inzell: Die Region braucht Verlässlichkeit und Weitblick bei der Sportstättenfinanzierung

Inzell (Bildquelle: Pixabay, Bild von Daniel Stuhlpfarrer)
Inzell (Bildquelle: Pixabay, Bild von Daniel Stuhlpfarrer)

Der Grüne Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek schlägt mit Blick auf die unsichere Finanzlage der Sportstätten in Ruhpolding und Inzell vor, gemeinsam mit den Gemeinden nach nachhaltigen, dauerhaften Lösungen zu suchen. Seine Anfrage an das Innenministerium hatte aber ergeben, dass die bisherigen Berechnungsmethoden niemanden benachteiligen würden.

Hintergrund seiner Nachfrage war eine Äußerung von Stefan Mayer, Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Er kritisierte laut Presseberichterstattung (vgl. https://www.traunsteiner-tagblatt.de/region/landkreis-traunstein/ruhpolding_artikel,-mehr-geld-vom-bund-fuer-die-heimischen-trainingsstaetten-_arid,544914.html), kosten- und energieintensive Sportstätten würden durch das im Koalitionsvertrag ausgehandelte Verteilungssystem benachteiligt. Dazu merkt das Innenministerium offiziell an, dass Betriebskosten durchaus in die Berechnung einfließen würden. Grundsätzlich sei der Bund aber nur für die Betriebskosten zuständig, “die durch die Nutzung im BSP-Training durch die Bundeskaderathleten” entstehen würden. Auch den Vorwurf des “Fehlers in der Systematik der Berechnung” durch den Traunsteiner Landrat Siegfried Walch weist das Ministerium zurück:

“Die Fördersummen der Trainingsstättenförderung (TSF) für die Sportstätten in Ruhpolding bzw. Inzell wurden (…) anhand einheitlicher Maßstäbe und Kriterien errechnet.”

Portrait von Dieter Janecek fotografiert von Stefan KaminskiDieter Janecek meint dazu: “Dass für die Gemeinden nun die Finanzierung für die Sportstätten steht, ist offensichtlich kein besonderer Verdienst der CSU, sondern ergibt sich aus dem – für alle geltenden – Berechnungsschlüssel. Wichtig ist jetzt, dass gemeinsam mit den Gemeinden nach Lösungen gesucht wird, die eine langfristige Finanzierung ermöglichen.“

Dies sei insbesondere mit Blick auf den absehbaren Wegfall des Vertrauensschutzes nötig. Darüber hinaus sei entscheidend, auch zukünftige Herausforderungen durch den Klimawandel einzuplanen:

„Gerade um langfristig und nachhaltig planen zu können, müsste daher eine Evaluation der Olympiastützpunkte durchgeführt werden.“

Der ehemalige Landesvorsitzende der bayerischen Grünen kritisiert daneben den mangelhaften Zugang zu Informationen für die Öffentlichkeit: „Für die Sportförderung generell wäre mehr Transparenz wichtig. Wir haben im Bundestag schon 2017 ein öffentlich zugängliches Transparenzportal für die staatliche Sportförderung vorgeschlagen. Dort könnten finanzielle Zuwendungen und Ausgaben für Sportverbände, Sportwissenschaft und Sportstätten nachvollziehbar dargestellt werden.

Außerdem müsste in den Katalog der Förderkriterien eben auch die Breitensportwirkung, die internationale Bedeutung oder die Mitgliederzahl in den Verbänden aufgenommen werden. Zwar ist unser Antrag damals von der Koalition abgelehnt worden. Der Aktualität der Vorschläge tut das keinen Abbruch.”