S-Bahn-Ausbau im Münchner Westen dringender denn je Unterwegs mit Cem Özdemir und Katrin Habenschaden

Wie weiter in der Verkehrspolitik? Das ist vielerorts eine der zentralen politischen Zukunftsfragen. So natürlich auch in München. Die Stadt wächst, die U-Bahn platzt aus allen Nähten, die Luftqualität macht seit Jahren große Sorgen, der Radverkehr wurde lange vernachlässigt. Die Herausforderungen sind ohne Frage groß.

Dauerbrenner seit Jahren ist der S-Bahn-Ausbau. Jahrzehntelang wurde gerungen um die Frage Tunnel oder Ring. Die Entscheidung ist bekanntlich gefallen – zu Gunsten des Stammstreckentunnels. In der Diskussion über die Zukunft der Münchner S-Bahn lange Jahre nahezu komplett ausgeblendet blieb aber die Frage, wie es auf den Aussenästen der S-Bahn weitergeht. Zum Beispiel auf dem Westast der S4 nach Fürstenfeldbruck und Geltendorf.

 

Zukunftsfähiger S4-Ausbau unabdingbar

Der Münchner Westen wächst schnell, dies- und jenseits der Stadtgrenze. Allein im neuen Stadtteil Freiham sollen 25.000 Menschen leben und 10.000 arbeiten. Doch bereits heute fährt die S4 am Limit, sind Züge häufig stark verspätet und überfüllt. Seit Jahren das zentrale Probleme: die S-Bahn muss sich die Gleise mit dem Regional- und Fernverkehr teilen muss. 

Zwar soll nun endlich der Ausbau kommen, allerdings in einer mehr als kurzsichtigen Art und Weise. Denn Bahn und Staatsregierung wollen nur ein drittes Gleis bauen. Für eine komplette Entflechtung sind aber jeweils zwei Gleise für Fern- und Nahverkehr sowie für die S-Bahn zwingend notwendig. Nur so kann zukünftig ein stabiler 10-Minuten-Takt ermöglicht werden. Schließlich sollen im Nah- und Fernverkehr in Richtung Allgäu und Bodensee bzw. Zürich nach Abschluss der durchgehenden Elektrifizierung der Strecke München-Lindau zukünftig mehr Züge fahren. Und das ist auch gut so!  Aber nur ein Gleis für die S-Bahn ist in keiner Weise zukunftsorientiert. Der dreigleisige Ausbau kann höchstens ein Zwischenschritt sein. Zumindest muss gewährleistet sein, dass beim Ausbau ein viertes Gleis jetzt mitgeplant wird, so dass es sich später problemlos ergänzen lässt. Alles andere – also wenn dann möglicherweise in einigen Jahren neu gebaute Brücken und Tunnel wieder umgebaut oder gar abgerissen werden müssten – wäre Steuergeldverschwendung mit Ansage!

Zusammen mit Cem Özdemir, dem Vorsitzenden des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestages und der grünen OB-Kandidatin Katrin Habenschaden habe ich mich bei der Bürgerinitiative zum S4-Ausbau über den aktuellen Stand der Diskussion informiert. Die Süddeutsche Zeitung berichteteMehr zum Thema auch auf der Seite der Münchner Grünen