Debatte zur Organspende – wieso ich für die Widerspruchslösung gestimmt habe

Die heutige Debatte zur Organspende wurden drei Vorlagen in 2. und 3. Lesung beraten. Ich habe mich in meiner Rede für den interfraktionellen Gesetzesentwurf für die Widerspruchslösung ausgesprochen. Denn obwohl in Umfragen über 80 Prozent der Menschen im Land einer Organspende positiv gegenüber stehen, hat nur ein gutes Drittel auch einen Organspendeausweis.

Wieso ich für die Widerspruchslösung gestimmt habe

In allen Staaten mit einer Widerspruchslösung gibt es im Verhältnis zur Bevölkerung mehr realisierte Organspenden als in Deutschland. In Österreich beispielsweise war die Zahl der Organspenden 2018 – bezogen auf die Bevölkerung – doppelt so hoch wie bei uns. Österreich hat die Widerspruchslösung schon vor Jahrzehnten eingeführt, sie ist gesellschaftlich akzeptiert.

Über 20 der aktuellen EU-Staaten machen von der Widerspruchslösung Gebrauch, jüngst hat auch Großbritannien ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. In all diesen Ländern ist die Erkenntnis gereift, dass Aufklärungskampagnen und verbesserte Strukturen in den Krankenhäusern zwar notwendig sind, aber nicht hinreichend, um die Zahl der Organspenden zu erhöhen.

Die Mehrheit hat anders entscheiden

Die Mehrheit der Mitglieder des Deutschen Bundestages votierten in der heutigen Abstimmung für den Gesetzesentwurf zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende und gegen die Widerspruchslösung. Auch wenn ich diese Entscheidung bedauere, hoffe ich, dass die jetzt angenommene Lösung auch eine tatsächliche Verbesserung für die Patientinnen und die Patienten ermöglicht.