Mit gutem Beispiel voran: Pilotprojekt Gemeinwohlökonomie

 

Es ist kein Geheimnis: Wer Aktien kauft, hat ein Interesse daran, dass deren Wert steigt. Der Auftrag an das betreffende Unternehmen ist also klar: höher, schneller, weiter. Möglichst viel Gewinn ist oberste Prämisse. Klar ist aber auch, dass Gewinne um jeden Preis auf Dauer nicht mit den nachhaltiger Entwicklung in Einklang zu bringen sind. Dabei geht es ja auch anders.

Unternehmertum mit Verantwortungsbewusstsein

Eines von vielen spannenden Positivbeispielen ist die Gemeinwohlökonomie. Denn dort steht eben nicht der Shareholder Value im Mittelpunkt, sondern Stakeholder und Public Value, also der Wert eines Unternehmens für alle Mitwirkenden und die Allgemeinheit.

Im Mittelpunkt der Gemeinwohl-Bilanz steht die Frage:

“Wie werden die Werte Menschenwürde, Solidarität, soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Transparenz und demokratische Mitbestimmung in Beziehung zu meinen Anspruchsgruppen (Mitarbeiter, Lieferkette, Geldgeber, Produkt/Dienstleistung/Konsumenten, Mitunternehmen und dem weiteren gesellschaftlichen Umfeld) umgesetzt?”

[Quelle: https://www.dbu.de]

Nach Auffassung des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) sollte das Gemeinwohl-Ökonomie-Modell sowohl in den europäischen als auch die einzelstaatlichen Rechtsrahmen integriert werden. [Quelle: https://eur-lex.europa.eu] Baden-Württemberg hat im Koalitionsvertrag von 2016 ein vergleichbares Pilotprojekt zur Gemeinwohl-Bilanzierung verankert. [Quelle: https://www.baden-wuerttemberg.de , Seite 14] Aber auch gerade der Bund mit seinen vielen Beteiligungen ist in der Verantwortung. Unternehmen mit Bundesbeteiligung müssen zeigen, dass Gewinn und Sinn sich nicht ausschließen. Gerade sie sind in der Pflicht, mit gutem Beispiel voran zu gehen und zu testen, ob und inwiefern eine Gemeinwohl-Bilanz praktikabel und sinnvoll ist. Die Ergebnisse aus dem Pilotprojekt wollen wir aufarbeiten und eine Handreichung für privatwirtschaftliche Betriebe erarbeiten, bzw. ein Informationsangebot bereitstellen für Unternehmen, die ihr wirtschaftliches Handeln mit Hilfe beispielsweise einer Gemeinwohl-Bilanz nachhaltig ausrichten möchten.

Hier gibt es den Grünen Antrag zum Download: Antrag Gemeinwohlökonomie.