Die Grenzkontrollen sind ein Rückschritt in die 70iger Jahre des letzten Jahrhunderts

Gleich zu Beginn des Gesprächs mit Hr. Janhsen, dem Geschäftsstellenleiter der IHK Rosenheim und Hr. Bensegger, dem Vorsitzenden des Regionalausschusses kamen der grüne Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek und der Rosenheimer Landtagskandidat Martin Knobel auf das Thema Grenzkontrollen zu sprechen. Man war sich sofort einig, dass die Grenzkontrollen nichts bringen und sofort abgeschafft werden müssen. „Das ist ein Rückschritt in die 70iger Jahre des letzten Jahrhunderts“, sagte Janhsen. Einig waren sich die Herren auch beim sogenannten Spurwechsel. Wenn Migranten einen Ausbildungsplatz oder einen Arbeitsplatz haben, sollen sie bleiben dürfen. Die Wirtschaft sucht händeringend Arbeitskräfte, in der Region von Miesbach bis zum Berchtesgadener Land herrscht Vollbeschäftigung.

Zu wenige studieren in den MINT-Fächern
Auf die Frage nach Fachkräftemangel sagten Janhsen und Bensegger, dass leider immer noch viel zu wenige junge Leute in die MINT-Fächer gehen und der Frauenanteil in diesen Studiengängen sehr gering ist. Deshalb ist ein Einwanderungsgesetz für eine geregelte Zuwanderung von Fachkräften schnellstens erforderlich. Die IHK bemängelt weiterhin, dass generell falsch ausgebildet wird. So schließen leider viele junge Menschen mit einem Bachelor ab, dabei werden dringend Leute mit Master-Abschlüssen gebraucht. Vor der Digitalisierung haben die Fachleute keine Angst, man muss die Mitarbeiter aber schulen. Dabei reichen zwei mal fünf Tage Bildungsurlaub pro Jahr bei weitem nicht aus. Es gibt Weiterbildungsmaßnahmen, die dauern drei Monate oder noch länger, da muss der Gesetzgeber schnellstens etwas machen, so die Forderung. Auf die Frage, ob denn die Betriebe ihre Mitarbeiter*innen ausreichend weiterbilden, sagten die IHK-Leute, dass Betriebe sich auf Dauer nicht halten werden können, wenn sie nicht in die Weiterbildung investieren.

Nicht jede Gemeinde braucht ein eigenes Gewerbegebiet
Beim Thema Flächenverbrauch fordern die IHK-Leute ein Flächenmanagement. In den Städten sei Nachverdichtung nicht so einfach umzusetzen. Für Gewerbegebiete wäre eine interkommunale Zusammenarbeit wünschenswert, nicht jede Kommune muss ein eigenes Gewerbegebiet ausweisen, aber das sei den Bürgermeistern und den Gemeinderäten sehr schwer zu vermitteln.
Abschließend waren die Herren von der IHK und Janecek sich einig, weiter im Gespräch zu bleiben.