Wie gefährlich ist WLAN in der U-Bahn? Bundesverkehrsministerium widerspricht Regierung von Oberbayern

Öffentlich zugängliches WLAN in der U-Bahn ist nach Einschätzung der Technischen Aufsichtsbehörde der Regierung von Oberbayern ein Sicherheitsproblem, denn dadurch würden Menschenmengen in die witterungsgeschützen unterirdischen Bahnanlagen gelockt und dies könnte zu einer Überfüllung von U-Bahnsteigen und Sperrengeschossen mit beitragen. So stand es zumindest im Juli in einem Antwortschreiben des Referats für Wirtschaft und Arbeit der Landeshauptstadt München auf einen Antrag der grünen Stadtratsfraktion. Die Regierung von Oberbayern ist – wie die Bezirksregierung der anderen sechs Regierungsbezirke – eine Landesmittelbehörden und dem Bayerischen Staatsministerium des Inneren unterstellt.

Es stellt sich die Frage, ob diese Einschätzung der Regierung von Oberbayern von anderen staatlichen Stellen geteilt wird. Die Antwort lautet schlicht Nein. Das Bundesverkehrsministerium teilte auf meine Nachfrage mit, dass keine Vorfälle bekannt seien, in denen es durch die Einrichtung eines öffentlich zugänglichen WLAN-Zugangs in unterirdischen Verkehrsstationen zu Sicherheitsgefährdungen gekommen wäre. Pikanterweise scheint auch die Regierung von Mittelfranken die Position der oberbayerischen Kollegen nicht zu teilen – denn die Nürnberger U-Bahn verfügt über WLAN – gefördert von der Bayerischen Staatsregierung. Hier hilft offenbar, dass der derzeitige bayerische Ministerpräsident gebürtiger Nürnberger ist.

Auch wenn es kling wie eine eher harmlose Verwaltungsposse, ist die Angelegenheit, ein weiterer Beleg dafür, wie widersprüchlich in Deutschland oftmals mit digitalen Fragen umgegangen wird.  ​

 

Pressemitteilung der grünen Stadtratsfraktion München

Download: Antwort der BMVI auf schriftliche Frage