Potenzial der Geothermie nutzen – im EEG Planungssicherheit schaffen

Sonne und Wind, das sind die beiden Säulen der Energiewende in Deutschland. Dank der vom EEG vor 15 Jahren ausgelösten Innovationsrevolution sind die Preise für Strom der beiden “Lastesel” der Energiewende kontinuierlich gefallen – inzwischen ist Windstrom an guten Standorten preislich konkurrenzfähig gegenüber Kohlestrom, und das selbst bei einem dysfunktionalem CO2-Emissionshandel.

Potenzial für Wärme- und Stromwende

Eine Energiequelle wird bei der Diskussion zur Energiewende aber oft übersehen – die Geothermie. Die großen Sprünge bei Technologie und vor allem Kostenreduktion, die wir bei Strom aus Wind und Sonne erlebten, haben wir bei der Geothermie (noch) nicht erreicht. Dennoch: die Geothermie hat mittel- und langfristig in einigen Regionen großes Potenzial, vor allem in Süddeutschland. Dass Geothermie – bei ausreichend hohen Temperaturen – sowohl Strom als auch Wärme erzeugen kann, macht sie bei der Netzintegration und mit Blick auf die notwendige Verschränkung von Wärme- und Stromwende besonders interessant.

Bundesverband Geothermie zu Gast im Wahlkreisbüro – im Gespräch mit Dr. Erwin Knapek (Präsident und ehem. Bürgermeister von Unterhaching) und Lutz Stahl (Geschäftsführer Deutsche ErdWärme)

Gerade in Bayern, wo die CSU-Staatsregierung mit aller Macht die Windkraft ausbremst, sollten wir uns deshalb dafür einsetzen, dass die Geothermie vorankommt. Und vorankommen können wir durchaus noch bei der Geothermie. Die Entwicklungszyklen sind nur einfach länger als bei Sonne und Wind.

Keine Mehrkosten nötig

Was wir brauchen, ist dabei nicht einmal mehr Geld. Viel wichtiger ist Planungssicherheit für Investoren, denn Geothermieprojekte haben meist eine lange Realisierungsphase von fünf bis sieben Jahren. Deshalb ist die Forderung des Bundesverbands Geothermie richtig, statt eines datumsbasiertem Degressionsmechanismus einen mengenbasierten Mechanismus zu verwenden. Mehrkosten entstehen dadurch keine, die Projektentwickler erhalten aber die nöitge Planungssicherheit. Die im Regierungsentwurf von Anfang Juni 2016 anvisierte Regelung, die Degression von jährlich 5 Prozent lediglich von 2018 auf 2020 zu verschieben, hilft zwar bei der Fertigstellung von weit fortgeschrittenen Projekte. Um die Technologie weiterentwickeln zu können, benötigt die Geothermiebranche jedoch eine längerfristige Förderung, die für die Planung und für den Bau neuer Anlagen klare Anreize setzt, um die Geothermie marktreif zu machen.

Finanziell hält sich die Geothermieförderung sowieso in engen Grenzen. Gerade einmal 0,00624 ct/kWh oder 0,1 Prozent macht Geothermie bei der EEG-Umlage aus. Seit EEG-Einführung beläuft sich die Förderung für Geothermie – prognostiziert bis Ende 2016 – auf rund 140 Millionen Euro – also mit unter 10 Millionen Euro im Jahresschnitt. Die Kosten sind also überschaubar.