#PanamaPapers – Das Geheimnis des schmutzigen Geldes

Investigativ-Journalist Frederik Obermaier von der Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtete am Dienstagabend im Münchner Zukunftssalon über seine Arbeit im internationalen Recherchenetzwerk zu den “Panama Papers”, zu Steuervermeidung, Steuerhinterziehung und Geldwäsche. Er beantwortete Fragen der zahlreichen Besucher*innen – und gab auch den politischen Entscheidungsträger*innen Hausaufgaben mit auf den Weg.

Bericht aus erster Hand

Anschaulich schilderte Frederik Obermaier, wie man sich als Journalist überhaupt durch derart gewaltige Datenmengen (2,6 Terabyte) arbeitet und stellte klar, dass hier noch viel Aufklärungsarbeit bevorsteht, die jahrelang dauern kann. In der regen Diskussion mit dem Publikum hat Frederik Obermaier viele Fragen beantwortet, zum Beispiel: Wie schützt man die Quelle? Wie ist der Austausch zwischen den 400 Journalist*innen technisch abgelaufen – übers Internet oder auf Festplatten? Ist diese Datenmenge überhaupt jemals komplett aufzuarbeiten? Der große Andrang auf diese Veranstaltung und die Menge an Fragen machte deutlich, dass der Themenkomplex rund um Briefkastenfirmen und Steuermoral viele Menschen beschäftigt und die öffentliche Debatte anhalten wird.

Politischer Handlungsbedarf

Für meine Kollegin Katharina Schulze, MdL und mich stellte sich natürlich die Frage, vor welchen Aufgaben nun die Politik steht: Dringend verbesserungsbedürftig ist beispielsweise der Schutz von sogenannten Whistleblowern. Zudem brauchen wir deutlich mehr Steuerprüfer*innen. Dass politischer Druck auf Dauer nämlich auch erfolgreich sein kann, ist am Beispiel der sog. Cum-Ex-Geschäfte (Leerverkäufen) zu sehen. Nach jahrelangen Druck der grünen Bundestagsfraktion hat die Große Koalition Anfang 2016 endlich gehandelt und diese semi-legalen Steuerschlupflöcher geschlossen. Jetzt dürfen Banken in Deutschland Cum-Ex-Geschäfte nicht mehr anbieten.

Was sind die “Panama Papers”?

Eine riesige Datenmenge (2,6 Terrabyte) der Kanzlei Mossack Fonseca mit Sitz in Panama enthüllte die Machenschaften von Politikern, Prominenten, Terroristen und führenden Köpfen aus der Wirtschaft. Am 3. April 2016 gelangten die Recherchen an die Öffentlichkeit und offenbarten legale Strategien der Steuervermeidung. Ein lauter Aufruf an die Politik, endlich legale Steuerschlupflöcher zu schließen. Ausführliche Infos zu den Panama Papers gibt es hier.