Dezentrale Speicher als ein Schlüssel zur Energiewende? – Gemeinsame Pressekonferenz mit N-ERGIE/Caterva

Die Pariser Weltklimakonferenz war ein Durchbruch. Spätestens seit Dezember 2015 gibt es keine Ausreden mehr, wenn es um die Notwendigkeit und das notwendige Tempo der Energiewende geht. Deutschland muss jetzt zeigen, dass wir es ernst meinen und das sauberste, sicherste, klimaverträglichste und dauerhaft kostengünstigste Energiesystem weltweit schaffen können und wollen!

Wie wir die Energiewende regional vorantreiben und welche Rolle Stromspeicher dabei spielen können, darüber habe ich Ende Januar in Nürnberg gemeinsam mit Josef Hasler[1], CEO der N-ERGIE, Markus Brehler, Geschäftsführer des Speicherherstellers Caterva[2] und mit Josef Göppel[3] (CSU), Bundestagsabgeordneter und – wie ich selbst – Mitglied der „Transformateur[4]e“ gesprochen.

Erfolgsfaktoren für die Energiewende

mit N-ERGIE -Pressesprecherin Melanie Söllch, N-ERGIE -CEO Josef Hasler, Josef Göppel, MdB und Markus Brehler von Carterva

Für eine gelingende Energiewende sind mehrere Faktoren erfolgskritisch. Wir müssen die verschiedenen Standortvorteile für erneuerbaren Energien geschickt nutzen und clever kombinieren – vereinfacht gesagt, Windkraft vor allem in Nord- und Ostdeutschland, in Küstennähe, Solarstrom vor allem im Süden. Und unser Netz so ertüchtigen, dass wir in der Lage sind, an windreichen Tagen überschüssigen Strom von der Küste nach Bayern und an sonnenreichen Tagen den Strom aus dem Süden nach Norddeutschland zu transportieren. Energiepolitisch wie volkswirtschaftlich ist das sinnvoll – Netze sind nach aktuellem technischem Stand klar günstiger als Stromspeicher (vgl. Studie “Stromspeicher in der Energiewende[5]“ der Agora Energiewende)

Ohne Energiespeicher wird es aber auch nicht klappen. Denn insbesondere für die Netzstabilität brauchen wir dringend funktionierende und intelligente Speichertechnologien.

Das tatsächliche Potential von Energiespeicherung erkennen und nutzen!

Und hier setzt das Projekt SWARM ein, das die Firma Caterva aus Pullach bei München – dort war ich letzten Sommer bereits zu Besuch – und die mittelfränkische N-ERGIE in deren Netzgebiet umsetzen. Mehrere Stromspeicher werden zu einem virtuellen Großspeicher zusammengefasst und nehmen je nach Bedarf Überschussstrom aus dem Netz auf oder speisen Strom beispielsweise aus angeschlossenen Solaranlagen ins Netz ein. Die Stromspeicher wirken somit bei der Netzstabilisierung auf Transportnetzebene mit und ermöglichen es gleichzeitig PV-Anlagenbetreiber*innen, ihren Eigenstromanteil zu steigern.

Reine Stromspeicher sind bislang oft wirtschaftlich nicht sonderlich interessant, genauso wenig wie der Einsatz von Energiespeichern ausschließlich aus Gründen der Netzstabilität. Eine clevere Kombination von Eigenstromverbrauch und Bereitstellung von Regelleistung aber könnte Energiespeichern zum Marktdurchbruch verhelfen. Ich bin auf die weitere Entwicklung gespannt!

Europäisch planen, regional handeln

Die Liberalisierung des Energiemarktes und insbesondere das EEG haben dazu geführt, dass Energieerzeugung und -verteilung nicht mehr den Großen der Branche vorbehalten ist. Inzwischen sind Millionen von Bürgerinnen und Bürgern in der einen oder anderen Form selbst Energieunternehmer*innen. Und auch die Stadtwerke haben eine Renaissance erlebt. Energiegenossenschaften, private Anlagenbetreiber und die Stadtwerke sind die zentralen Akteure der Energiewende von unten.

Und diese Energiewende von unten gilt es weiterzuentwickeln, sie muss lokal verankert sein, regional einen Beitrag zur Wertschöpfung leisten. Dezentralität ist Trumpf – wir brauchen mehr Diversität, Demokratisierung und regionale Wertschöpfung durch dezentrale Bereitstellung und Einspeisung, mehr Solidarität, Stabilität und Rentabilität durch deutschlandweite Planung und europäische Einbettung unseres Energiesystems. Regionale Energiewende und europäische Verbundnetze sind nämlich kein Widerspruch, sondern gehören zusammen. Und intelligente Speicherspielen dabei eine Schlüsselrolle.

Es berichtete unter anderem die Bayerische Staatszeitung[6]

Links:

  1. https://www.n-ergie.de/n-ergie/unternehmen/wer-wir-sind/vorstand/!ut/p/z1/nZHLCoJQEIafxq0zeT200yixELsg2tmEhh0F9Yhavn5GmwQ5SrOb4fv_uQGFCGgVv3IWdzmv4mLIr9S4ee4GV7aPno-Ogpa5OxF9SxTd1CAUAQ7RgS7R4ygstM-KrSI6vvKP_tdpmV4AULF9CFTU4hIYYsA5aDOAP-fwOfLEmOMrzu2xB8oKnnxfblWJShjQJn2kTdrIz2YoZ11Xt2sJJez7XmacsyKV77yUcEqS8baDaExCXQZBEGHu5scyJK31BqdtcNI!/dz/d5/L2dBISEvZ0FBIS9nQSEh/
  2. http://www.caterva.de/
  3. http://www.goeppel.de/
  4. https://transformateure.wordpress.com/about/
  5. https://www.agora-energiewende.de/projekte/speicher-in-der-energiewende/
  6. https://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/wirtschaft/detailansicht-wirtschaft/artikel/leitungsausbau-bremsen-statt-geld-in-kupfer-stecken.html