Autor*innen-Papier: Digitalisierung gestalten Mit Grünen Ideen zur Arbeit 4.0

Die Digitalisierung wirkt sich schon heute auf unser Leben aus. Auf die Art, wie wir kommunizieren, wie wir uns informieren, wie wir produzieren und konsumieren. Wirtschaft und Gesellschaft durchlaufen derzeit grundlegende und richtungsweisende Veränderungen. Bisher erfolgreiche Geschäftsmodelle verlieren ihre Grundlage, völlig neue Produktionsweisen und Vermarktungskonzepte entstehen und entwickeln sich weiter. Noch kann niemand sagen, wie unsere Arbeitswelt zukünftig genau aussehen wird. Vieles spricht aber dafür, dass sie kommunikativer, vernetzter, flexibler und technologischer sein wird, als je zuvor.

Das Neue passt nicht immer in bestehende Normen, mitunter verstößt es sogar gegen Gesetze. Wenn Veränderungen bestehende Strukturen herausfordern oder gewachsene Normen in Frage stellen, entsteht Verunsicherung, bisweilen auch Abwehr. Den Umbruch, in dem wir uns durch die Digitalisierung, Automatisierung und Vernetzung befinden, wollen wir Grüne nutzen und gestalten und dabei gleichermaßen die berechtigten Interessen der Beschäftigten wie auch der Wirtschaft in den Mittelpunkt stellen. Für mehr Demokratie und Gerechtigkeit, für größere Freiheit und für eine lebenswerte Welt von morgen.

Die Digitalisierung kann die Arbeitswelt positiv verändern: Arbeiten wo ich will, wie ich will und wann ich will. Nicht mehr Ort und Zeit sind entscheidend, sondern Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung. Das schafft Freiräume und birgt große Chancen für eine humanere und auch ökologischere Arbeitswelt.

Die Digitalisierung stellt uns aber auch vor neue Herausforderungen. Sie kann dauernde Verfügbarkeit und Mehrarbeit erzeugen. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit, abhängiger und selbständiger Tätigkeit, sowie zwischen Selbstbestimmung und Selbstausbeutung verschwimmen. Viele Menschen versuchen ihr Glück als Selbständige in der digitalen Wirtschaft und sind dabei oft nicht ausreichend gegen Arbeitslosigkeit, Alter und Krankheit abgesichert. Avantgarde trifft Prekariat und ist oft beides zugleich.

Die Rolle von Online-Plattformen für Dienstleistungen wird auch vor dem Hintergrund einer wachsenden Sharing Economy politisch und rechtlich zu diskutieren sein. Unter welchen Bedingungen sind sie Auftraggeber*innen, wann sind sie Unternehmen, die Arbeitnehmerüberlassung betreiben und wann lediglich ein digitaler Marktplatz? Fragen der Marktregulierung müssen beantwortet werden, auch hinsichtlich der Rechte von Arbeit- und Auftragnehmer*innen. Für uns stehen errungene soziale Grundsätze nicht zur Disposition. Dienstleistungsplattformen müssen sich ihrer Verantwortung hinsichtlich der Arbeitsbedingungen, der Mitbestimmung und der Entlohnung der vermittelten Leistungen stellen.

Unsere Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik muss auf diese Herausforderungen Antworten finden. Um fairen Wettbewerb zu sichern, wollen wir, dass geltende Sozial- und Arbeitsstandards für alle Beschäftigten und Branchen Anwendung finden. Wenn Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil generieren, indem sie Standards unterlaufen oder Regeln missbrauchen, ist das für uns keine Innovation, sondern unfairer Wettbewerb, der verhindert werden muss.

Wir wollen den digitalen Wandel der Arbeitswelt mitgestalten und dafür sorgen, dass die digitale Revolution alle Menschen mitnimmt. Unsere grünen Ideen tragen dazu bei, dass unser Leben in Zukunft von guter, sicherer und gesunder Arbeit geprägt ist.

Grüne Ideen für Arbeit 4.0 in Kürze:

  • Fachstelle Barrierefreiheit
  • Grüne Weiterbildungsförderung
  • Jobcenter 4.0
  • Neue Arbeitsversicherung
  • Faire Sozialversicherungsbeiträge
  • Bürgerversicherung für Gesundheit, Pflege und Rente
  • Mindesthonorare und Grenzen der Selbständigkeit
  • Moderne Mitbestimmung
  • Effektiver Beschäftigtendatenschutz

Hier geht’s zum gesamten Autor*innen-Papier von meinen MdB-Kolleg*innen und mir: