Open Data – Daten als öffentliches Gut? Anhörung zu Open Data im Ausschuss Digitale Agenda zeigtStillstand statt Fortschritt

Gestern fand im Ausschuss Digitale Agenda ein Fachgespräch zu Open Data statt. Open Data bietet viele Möglichkeiten – für Wissenschaft und Wirtschaft. Alle anwesenden Experten waren sich einig, dass wir derzeit bei Open Data weit hinter unsere Möglichkeiten zurückbleiben. Es fehlt schlicht der politische Wille, obwohl die Bundesregierung mit ihrer Digitalen Agenda für sich in Anspruch nimmt, die digitale Zukunft gestalten zu wollen.

Daten als öffentliche Güter – da bin ich auf einer Linie mit Guy Verhofstadt, der bereits im Mai in der FAZ für eine Open-Source-Gesellschaft plädiert hat. Daten als öffentliche Güter zu sehen. Dafür plädiert auch Prof. Haucap vom Düsseldorf Institute for Competition Eonomics. Sind Daten öffentliche Güter – und nicht Eigentum von Firmen von wie Google oder Facebook, ist das Potential gerade für kleine und mittlere Unternehmen groß. Für sie stellt die Datenbeschaffung oft einen wesentlichen Kostenfaktor dar, durch die Offenlegung von Daten können ihre Markteintrittsbarrieren deutlich gesenkt werden, und neue Dienste, beispielsweise im Logistik- und Verkehrsbereich entstehen, so Prof. Haucap weiter.

Für die Verwaltung ist Open Data dabei kein Hexenwerk: Hamburg hat mit seinem Transparenzportal die bei der Verwaltung vorhandenen Daten öffentlich und der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Die Kosten sind vergleichsweise gering, wie Renate Mitterhuber, Leiterin des Referats E-Government- und IT-Strategie der Freien und Hansestadt Hamburg darstellte.

Gerade deshalb ist es bedauerlich, dass wir – wie Christian Heise von der Open Knowledge Foundation Deutschland feststellt – seit 2012 im Bereich Open Data wenig erreicht haben. Auch wenn govdata.de, GeoNutzV und der „Open Data“-Aktionsplan der G8 erste gute Schritte darstellen, gibt es noch immer ein fundamentales Defizit auf der Angebotsseite von wertvollen Open Government Data in maschinenlesbaren Formaten. Vielleicht würde ein Open-Data-Institut, wie Prof. Ina Schieferdecker von Fraunhofer FOKUS es anregt, dabei helfen, der in digitalen Fragen behäbigen Bundesregierung Impulse für Open Data zu setzen.

Ausführlicher Bericht zum Fachgespräch bei netzpolitik.org