Bayerischer Bürgerenergiegipfel in Pfaffenhofen

Gestern ist der Energiewendekongress EFA – Energie für alle – in Pfaffenhofen mit dem Bayerischen Bürgerenergiegipfel 2014 gestartet. Nach einem Impulsvortrag des Solarstrompioniers Dr. Franz Alt diskutierte ich mit Kolleginnen und Kollegen aus der Landes- und Bundespolitik und rund 200 Gästen die Energiewende. Besonders im Fokus natürlich die aktuelle Energiepolitik in Bayern, mit der unsinnigen Abstandsregelung, die einem weitgehenden Technologieverbot für die Windkraft in Bayern gleichkommt und Millionen an Investitionen gefährdet. Darauf habe ich bereits vielfach in Reden hingewiesen, auch im Bundestag (siehe z.B. Bundestagsrede vom 13. Februar 2014: Bayern ist der Totengräber der Energiewende). Auch die Folgen der aktuellen Energiepolitik für die bayerische Wirtschaften waren ein Thema: wie jüngst mehrfach in den Medien berichtet läuft die aktuelle Energiepolitik – Ausbaustopp für Windkraft und Solarenergie, Blockade beim Netzausbau – auf eine Sonderstrompreiszone für Bayern hinaus. Dies wäre vor allem für die Wirtschaft in Bayern fatal, aber natürlich auch für die privaten Haushalte. Daher müssen wir uns in gemeinsamer Anstrengung dafür einsetzen, dass es nicht so weit kommt.

Dass die Energiewende uns ökonomisch mehr Vor- als Nachteile bietet, darauf habe nicht nur ich, sondern auch Franz Alt auf dem Bürgerenergiegipfel klar hingewiesen. Mit perspektivisch 1,5 cent/kWh Stromgestehungskosten in der Photovoltaik und mit Windkraft, die heute z.T. schon günstiger ist als konventionelle Kraftwerke, können wir die Basis für das sicherste, kostengünstigste und klimafreundlichste Energiesystem legen. Denn erst mal errichtet sind die Betriebskosten für Erneuerbare-Energien-Anlage nahe Null.

Die von Union wie SPD gerne als Schreckensbild an die Wand gemalte Deindustrialisierung Deutschlands durch zu hohe Strompreise für die Industrie entbehrt der Grundlage. Zum Thema Strompreisentwicklung hatte ich bereits im Sommer eine schriftliche Frage an die Bundesregierung gestellt. Laut Antwort der Bundesregierung sind die Strompreise zwischen Juli 2008 und Juni 2014 – also in einem Zeitraum von sechs Jahren – für so genannte Sondervertragskunden eher moderat gestiegen: nämlich um 15,3 Prozent im Abnehmfall von 625.000 kWh bzw. 13,1 Prozent im Abnehmfall von 4 Mio. kWh. Eine deutliche Strompreissteigerung von 38 Prozent gab es dagegen bei den Haushalten. Hier zeigt sich deutlich, wer die Zukunftstechnologien zum größten Teil finanziert und damit fördert!

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