Spannende Diskussion zu Peak Oil im Wahlkreisbüro

Um Peak Oil ist es in letzter Zeit medial und auf politischer Ebene auffallend still geworden. Dass das aber auf Interesse stößt, war 12. Mai im Wahlkreisbüro zu sehen – die Veranstaltung war gut besucht. Gemeinsam mit dem Postfossile Institut e.V. habe ich zur Diskussion „Peak Oil zwischen Panik und Fracking-Euphorie – wann geht uns das Öl aus?“ eingeladen.

Auf dem Podium habe ich diskutiert mit

  • Dr. Werner Zittel, Vorstand der Ludwig-Bölkow Stiftung, Energy Watch Group
  • Christoph Senz, 2. Vorsitzender des Postfossil Institut e.V. sowie
  • Norbert Rost, Verfasser zweier Studien zu “Peak Oil”

Die Moderation hat der Journalist Paul Nellen übernommen.

Eingangs präsentierte uns Dr. Werner Zittel den aktuellen wissenschaftlichen Stand zu Peak Oil. Danach war das Maximum neuer Funde vor dem Jahr 1970 erreicht, bereits seit 1981 liegt die Förderung über der Zahl neu erschlossener Reserven. Das Peak der Ölförderung in der Nordsee wurde um das Jahr 2000 erreicht, das Ölfördermaximum der westlichen Ölfirmen 2003. Fracking hat die Entwicklung etwas gedämpft, stellt aber nur die „logische“ nächste „Eskalationsstufe“ Richtung Peak Oil dar. Je länger die Abhängigkeit vom Öl andauert, desto schmerzhafter werde eines Tages der Ausstieg aus der fossilen Energie fallen – ein deutliches Plädoyer für einen schnellen Umstieg auf Erneuerbare Energie.

Christoph Senz stellte die technischen Fortschritte der letzten Jahre dar. Am Beispiel Elektromobilität zeigte er auf, dass die technischen Alternativen zu fossiler Mobiltät näher am Marktdurchbruch stehen also oft wahrgenommen. Entscheidend ist die technische Weiterentwicklung im Batterie- und Speicherbereich, der Verbrennungsmotor sei absehbar reif fürs Museum.

Norbert Rost zeigte auf, wie wenig sich viele Unternehmen mit dem Thema Peak Oil auseinandersetzen. In einer Studie befasste er sich mit der Öl-Abhängigkeit der Wirtschaft in Thüringen. Er betonte insbesondere die Bedeutung von Mobilitätsalternativen, um die Ölabhängigkeit zu reduzieren.


In meinem Impulsvortrag habe ich auf die Notwendigkeit der ökologischen Transformation der Wirtschaft hingewiesen – der Ausstieg aus der fossilen Energienutzung ist dabei ein zentraler, aber nicht der einzige relevante Aspekt. (Siehe auch www.transformateure.de). Entscheidend, um die Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren ist aus grüner Sicht dabei eine nachhaltige Infrastruktur- und Verkehrspolitik. Beispiel Flughafen München: technologisch sind wir noch Jahrzehnte von postfossilen Antrieben in der Luftfahrt entfernt – da ist der Bau einer weiteren Startbahn für den Flughafen kein zukunftsweisendes Projekt. Insgesamt muss die Politik im Mobilitätsbereich die passenden Rahmenbedingungen setzen, damit der Umstieg auf postfossile Mobilität schneller gelingt – d.h. vor allem die Bahn als älteste Form der Elektromobilität zu stärken und über finanzielle Anreize die Markteinführung von Elektro-Fahrzeugen zu unterstützen.

Zusammen mit dem Publikum und den Referenten entwickelte sich im Anschluss eine spannende Diskussion. Trotz einiger unterschiedlicher Akzentuierungen bestand große Einigkeit: Das Thema Peak Oil muss wieder stärker in den Fokus der politischen Debatte.